Grußwort des Pfarrers im Winter 2017/2018

Liebe Userinnen und User,

die kurzen Tage und langen, kalten Nächte sind geradezu dazu angelegt, sich im Grübeln zu verlieren. Die Natur zieht sich zurück und erstirbt, das Wetter ist oft nicht gerade einladend, um auch nur einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Kein Wunder, dass gerade in diese Jahreszeit hinein die kirchlichen Feste Volkstrauertag, der Buß– und Bettag sowie der Totensonntag gelegt wurden — im Sommer könnte man sie wohl kaum mit dem nötigen Ernst feiern!

Dagegen laden der Advent und das Weihnachtsfest dazu ein, sich —durchaus genauso nachdenklich, aber ungleich fröhlicher — auf das Wesentliche unseres Daseins zu besinnen: Der große und ewige Gott hat sich aufgemacht, ein Mensch zu werden und unter uns Menschen zu leben. Sein Lebensweg beginnt in der Krippe eines Stalles, weil ihn schon da keiner bei sich haben wollte („...denn sie hatten keinen Raum in der Herberge“, Lk 2,7), führt durch das ganze Land Israel, wo ihn einzelne als den erkennen, der er wirklich ist („Du bist der Christus!“,  Mk 8,29 aus dem Munde des Petrus) und endet schließlich am Kreuz, wo ihn der römische Hauptmann im Sterben als Gottessohn begreift („Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“, Mk 15,39).
Wir wissen: Der Weg mit ihm war nicht vorüber, sondern Jesus besiegte den Tod ein für alle mal.

Was ist das Wesentliche für unser Leben? Wir sind mit hineingenommen in dieses Wunder. Ab dem Moment der Taufe gehören wir zu Jesus ganz und gar dazu — zum Kind in der Krippe genauso wie zum Mann am Kreuz. Im Advent und der daran anschließenden Weihnachtszeit (die übrigens bis zum 2. Februar reicht!!!) erinnern wir uns daran: Gott hat sich nicht einfach nur so klein gemacht, weil ihm gerade danach war. Er hat das für uns getan, damit wir das ewige Leben erhalten.
Das ist nun wahrhaftig ein Grund zur Freude und zum Feiern! Für mich gehören zu diesem Fest liebevolle Geschenke genauso dazu wie ein üppig geschmückter Weihnachtsbaum, der Glühwein auf dem Adventsmarkt und freilich die vielen Gottesdienste, die dieses Ereignis hochhalten und stimmungsvoll feiern.
Sollten Sie also in der dunklen Jahreszeit ins Grübeln geraten, machen Sie sich doch auf ins Bonhoefferhaus, wo sie vom Lichterglanz empfangen werden und Jesus als der Christus gefeiert wird. Dann können Sie in den alten Worten und Liedern selbst erleben, was Martin Luther einst behauptete: „Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt.“

Lassen Sie sich reich beschenken!
Ihr


Pfarrer Marvin Lange