Grußwort des Pfarrers im Sommer 2017

Liebe Userinnen und User!
Es gibt evangelische Kirchengemeinden, die wachsen jedes Jahr um 100%! Die haben kein Neubaugebiet, sondern diese Kirchengemeinden bieten ein Programm an, das Menschen einfach anzieht.
Im Bonhoefferhaus haben wir nach einer Phase des Wachstums vor einigen Jahren eine Phase der Stagnation.  
Obwohl wir immer noch gut aufgestellt sind, verschwinden manche Angebote, die die Gemeinde teilweise über Jahrzehnte angeboten hat, nach und nach. Klar: Es liegt in der Natur der Sache, dass Gruppen, Kreise und Projekte irgendwann auslaufen oder beendet werden. Klar ist aber auch: Die Lücken, die solche Verluste schlagen, sollten gefüllt werden. Denn werden sie nicht gefüllt, ist das Bonhoefferhaus nicht mehr voller Leben, sondern öde und leer. Bei abnehmender Aktivität und Attraktivität droht einer Kirchengemeinde der Dornröschenschlaf. Das wollen wir nicht!

Daher hat der Kirchenvorstand in seiner letzten Sitzung zugestimmt, einen Gemeindeentwicklungsprozess anzugehen. Dabei werden verschiedene Fragen im Mittelpunkt stehen: Was für eine Kirche wollen wir sein? Welche Erwartungen haben die Evangelischen zwischen Fulda und Petersberg an ihre Kirche? Welche Zielgruppen sprechen wir an (und welche dann automatisch nicht)?
Der Prozess ist offen; ich habe noch keine Ahnung, in welche Richtung die Gemeinde steuern wird.

Ich lade Sie ein, sich aktiv zu beteiligen!

Vielleicht kann man sich grundsätzlich an den Gemeinden orientieren, die über Jahre hin rapide gewachsen sind und bei denen Folgendes beobachtet werden kann:
1. Der Gottesdienst (in unterschiedlichen Formen und Gestalten) steht im Mittelpunkt. Der „Markenkern“ von Kirche wird  dadurch hervorgehoben.
2. Wenn etwas angegangen wird, dann im Team. Entweder man geht etwas gemeinsam an —  oder es findet tatsächlich nicht statt. Als eine Gemeinde sind wir zusammen unterwegs. Keiner kämpft für sich allein.
3. Es wird genau geschaut, wer mit welchen Begabungen und Fähigkeiten in welchen Teams mitarbeitet.
All das  steht unter dem theologischen Gedanken des Paulus : „Es sind verschiedene Gaben;  aber es ist ein Geist.“ (1. Kor 12,4)

Ich freue mich schon auf den Reformprozess und wünsche Ihnen einen schönen Sommer,

Ihr Pfarrer Marvin Lange