Diskriminierten Flüchtlingen aus dem Iran geht es gut

Persische Neuchristen kommen gern ins Bonhoeffer-Haus
Die Fuldaer Zeitung berichtete aufgrund eines Hinweises von Pfarrer Marvin Lange am 6. und 7. Juli darüber, dass vom Islam konvertierte Christinnen und Christen im Flüchtlingsheim in der Daimler-Benz-Straße von Muslimen während des Ramadans unter Mobbing und Diskriminierungen aufgrund ihres Glaubenswechsels litten. Die Diskriminierungen hörten zeitgleich mit Erscheinen des Artikel auf, mittlerweile sind alle Iraner in anderen Unterkünften in Sicherheit.

Dass die Bonhoeffergemeinde gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Petersberg einiges für Flüchtlinge tut, ist ihrem diakonischen und evangelischen Selbstverständnis geschuldet:
Neben mehreren Sprachkursen (darunter zwei im Bonhoeffer-Haus unter der Leitung von Nils Küster und Daniel Seifert) wird aufgrund hoher Nachfrage zum 1. September der nächste Glaubenskurs für diejenigen starten, die erwägen, zum Christentum zu konvertieren.

Und am 24. September 2016 führt das Theater MITTENDRIN gemeinsam mit dem Freien Theater Fulda um 19.30 Uhr sein Theater-Recherche-Projekt Fluchtgedanken 3.0 im Bonhoeffer-Haus auf, das sich an Einheimische wie an Geflüchtete richtet und drei Generationen Flucht und Vertreibung thematisiert (Heimatvertriebene, Gastarbeiter, heutige Flüchtlinge).

Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die Neuchristen im Bereich der Bonhoeffergemeinde eine echte Bereicherung und Hilfe für den Gemeindealltag sind, fassen sie doch überall dort mit an, wo es nötig ist.

Situation von Christen in Asylbewerberunterkünften: Stellungnahme der EKD und der Bischofskonferenz vom 12. Juli 2016
Gemeinsam haben die evangelische und die katholische Kirchenleitung eine Stellungnahme zu verschiedenen religiös motivierten Konflikten in Asylbewerberheimen abgegeben. Dabei nimmt man die Situation sehr ernst, weist aber andererseits auch grundsätzliche Propaganda gegen Muslime zurück „gerade weil sie bedrängte Christen und Angehörige religiöser Minderheiten zum Spielball eigener politischer Interessen herabwürdigt“, so die Stellungnahme (Kapitel 1). Weiter dürfen aber auch Missstände nicht bagatellisiert werden, „um das eigene Weltbild nicht infrage stellen zu müssen oder aus Angst, dem politischen Gegner in die Hände zu spielen.“ (ebd.)
Beide großen Kirchen geben in ihrer Stellungnahme auch konkrete Empfehlungen zu einem „friedlichen Zusammenleben in unserem Land“(Kapitel4).

Die Stellungnahme „Christen in Asylbewerberunterkünften“ in voller Länger kann als PDF heruntergeladen werden unter
http://www.ekd.de/EKD-Texte/20160712_christen_in_asylbewerberunterkuenften.html